Bioweide
Die Bioweide ist ein landwirtschaftlich genutztes Grünland, das nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet wird. Im Gegensatz zur konventionellen Weidewirtschaft ist auf der Bioweide der Einsatz von synthetischen Düngemitteln, chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln sowie von Gentechnik strikt untersagt. Die Nährstoffversorgung erfolgt stattdessen über die Weidetierhaltung selbst (Kot und Harn) sowie über betriebseigene organische Dünger wie Festmist oder Gärreste aus der Biogasanlage. Die Artenzusammensetzung einer Bioweide ist in der Regel vielfältiger als die einer konventionellen Intensivweide, da auf eine Nachsaat mit ertragsstarken, aber konkurrenzstarken Gräsern verzichtet wird. Typische Bestandteile sind neben verschiedenen Süßgräsern auch Kräuter wie Spitzwegerich, Löwenzahn und Kleearten, die zur Stickstofffixierung beitragen. Die Besatzdichte auf der Bioweide ist begrenzt, um Überweidung und Trittschäden zu vermeiden und den natürlichen Aufwuchs zu schonen. Die Weidepflege umfasst in der Regel mechanische Maßnahmen wie das Nachmähen von Weideresten oder das Schleppen zur Verteilung von Dung und zur Bekämpfung von Wühlmäusen. Die Produktivität der Bioweide ist im Vergleich zur konventionellen Intensivweide meist geringer, dafür sind die ökologischen Vorteile wie die Förderung der Biodiversität und der Humusaufbau im Boden signifikant höher.

