Druschreife
Die Druschreife bezeichnet den optimalen Erntezeitpunkt für Getreide, Ölfrüchte und andere Körnerfrüchte, zu dem die Körner den höchsten Trockenmasseertrag bei minimalen Verlusten und guter Qualität aufweisen. Sie ist erreicht, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Körner auf einen artspezifischen Wert abgesunken ist – bei Getreide meist zwischen 14 und 18 Prozent. In diesem Stadium hat der Kornabschluss (die Trennung von Ähre oder Rispe) physiologisch stattgefunden, die Stärkeeinlagerung ist abgeschlossen, und die Keimfähigkeit ist voll entwickelt. Gleichzeitig ist der Halm so weit abgetrocknet, dass er beim Mähdrusch nicht mehr zu stark knickt oder bricht, aber noch ausreichend Standfestigkeit besitzt.
Die Bestimmung der Druschreife erfolgt praxisnah durch visuelle Beurteilung der Kornhärte (Fingernagelprobe) und der Gelbfärbung der Spelzen sowie durch technische Feuchtemessung. Ein zu früher Drusch führt zu hohen Trocknungskosten und verminderter Backqualität, während ein zu später Drusch durch Ausfallverluste, Lagerbildung oder erhöhten Pilzbefall die Erntemenge und -qualität mindert. Die Druschreife ist daher ein zentraler Steuerungsparameter in der Erntelogistik, der je nach Witterung, Sorte und Standort variiert und eine enge Abstimmung zwischen Feldbestand, Maschineneinsatz und Lagerkapazität erfordert.

