40 Jahre Eiermacher: Aus bäuerlichen Wurzeln wächst die Zukunft
Was 1986 als Zusammenschluss engagierter landwirtschaftlicher Betriebe begann, ist heute ein bedeutendes österreichisches Kompetenzzentrum für Eier, Küken und Geflügelfleisch. Mit einem großen Jubiläumsfest in Kremsmünster feierte die Eiermacher GmbH nicht nur ihre erfolgreiche Geschichte – sondern setzte zugleich ein kraftvolles Zeichen für die Zukunft.
KREMSMÜNSTER. Vier Jahrzehnte Unternehmensgeschichte, mutige Entscheidungen und zahlreiche bäuerliche Partnerschaften: Bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen wurde deutlich, wie stark die Eiermacher GmbH inzwischen mit der österreichischen Landwirtschaft und der gesamten Region verbunden ist.
Der Festakt fand passenderweise in der neu errichteten Halle für die Geflügelfleischverarbeitung statt. Rund sieben Millionen Euro investiert das Unternehmen in diesen nächsten Entwicklungsschritt. Die neue Anlage soll die bisherigen Verarbeitungskapazitäten mindestens verdoppeln und noch im Jahr 2026 in Betrieb gehen.
Vom bäuerlichen Zusammenschluss zum starken Unternehmen
Die Geschichte begann 1986 in Schlierbach: 27 landwirtschaftliche Betriebe schlossen sich zusammen, um ihre Kräfte in der Geflügelwirtschaft zu bündeln. Heute zählt das Unternehmen 34 Gesellschafter und arbeitet mit rund 330 bäuerlichen Produzenten zusammen.
Trotz des starken Wachstums ist der bäuerliche Kern erhalten geblieben. Genau darin liegt eine der besonderen Stärken des Unternehmens: Die Eiermacher sind nicht nur Vermarkter und Verarbeiter, sondern Teil einer Wertschöpfungskette, die auf langfristigen Partnerschaften mit den landwirtschaftlichen Betrieben aufbaut.
Heute beschäftigt das mittelständische Unternehmen rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehreren Produktionsstandorten. In der Eierpackstelle werden jährlich etwa 190 Millionen Eier verarbeitet – rund zwei Drittel davon stammen aus biologischer Haltung.
Drei starke Säulen unter einem Dach
Die Entwicklung der Eiermacher steht auf drei tragenden Säulen:
- Eier und Eiprodukte
- Brüterei, Küken und Junghennen
- Geflügelfleisch von Junghähnen und Bio-Enten
Besonders prägend ist dabei der Wille, schwierige Themen nicht zu umgehen, sondern neue Lösungen zu entwickeln. Seit Ende 2015 werden in der Bio-Legehennenhaltung auch die männlichen Küken aufgezogen. Aus diesem Bruderhahn-Projekt entstand Schritt für Schritt ein eigener Bereich für Geflügelfleisch.
Auch bei der Bio-Ente wurde eine nahezu vollständige heimische Wertschöpfungskette aufgebaut – von den Elterntieren über Brüterei und Mastbetriebe bis zur Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung. Damit schaffen die Eiermacher nicht nur innovative Produkte, sondern auch neue Perspektiven für bäuerliche Familienbetriebe.
Sieben Millionen Euro für den nächsten Schritt
Mit der neuen Verarbeitungshalle in Kremsmünster schlägt das Unternehmen nun das nächste Kapitel auf. Neben der Verpackung und Verarbeitung von Geflügelfleisch sollen dort künftig auch neue Produkte wie Burger und weitere zeitgemäße Geflügelspezialitäten hergestellt werden. Ein Tiefkühllager und eine moderne Produktionsanlage erweitern die Möglichkeiten zusätzlich.
Damit reagiert das Unternehmen auf veränderte Ernährungsgewohnheiten. Während der allgemeine Fleischkonsum tendenziell zurückgeht, bleibt die Nachfrage nach Geflügelfleisch stabil oder steigt. Gleichzeitig wünschen sich Konsumentinnen und Konsumenten Lebensmittel, die hochwertig, nachvollziehbar produziert und unkompliziert zuzubereiten sind.
Produkte wie Pulled Duck oder Duck-Burger zeigen, wohin die Reise gehen kann: Österreichische Landwirtschaft trifft auf moderne Küche, bewährte Qualität auf neue Konsumgewohnheiten.
Herkunft muss sichtbar bleiben
Die Zukunft der heimischen Geflügelwirtschaft entscheidet sich allerdings nicht allein in modernen Produktionshallen. Geschäftsführer Manfred Söllradl fordert deshalb eine klare Herkunftskennzeichnung – insbesondere bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gastronomie.
Österreichische Betriebe produzieren unter hohen Standards bei Tierwohl, Qualität und Lebensmittelsicherheit. Diese Leistungen verursachen höhere Kosten und müssen für Konsumentinnen und Konsumenten erkennbar sein. Nur wenn die Herkunft sichtbar bleibt, können bewusste Kaufentscheidungen getroffen und heimische Wertschöpfung langfristig abgesichert werden.
40 Jahre Erfahrung – und der Blick bleibt nach vorne gerichtet
Das Jubiläum in Kremsmünster war deshalb weit mehr als ein Rückblick. Es war ein sichtbares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft, zu den Partnerbetrieben und zum Produktionsstandort Österreich.
Die Eiermacher zeigen, dass bäuerliche Herkunft, wirtschaftliches Wachstum, Tierwohl und Innovation keine Gegensätze sein müssen. Entscheidend sind der Mut, neue Wege zu gehen, und die Bereitschaft, die gesamte Wertschöpfungskette gemeinsam weiterzuentwickeln.
Nach 40 Jahren ist die Erfolgsgeschichte der Eiermacher noch lange nicht zu Ende. Im Gegenteil: Mit neuen Kapazitäten, innovativen Produkten und starken bäuerlichen Partnerschaften ist der nächste Entwicklungsschritt bereits in vollem Gange.
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