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Weideführung

Die Weideführung bezeichnet im landwirtschaftlichen Fachkontext die planmäßige Steuerung des Weidegangs von Nutztieren, insbesondere von Rindern, Schafen und Ziegen, mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung des Grünlandaufwuchses. Sie umfasst die zeitliche und räumliche Organisation der Beweidung, wobei zwischen kontinuierlicher Beweidung (Standweide) und abschnittsweiser Beweidung (Umtriebsweide) unterschieden wird. Die Umtriebsweide, bei der die Herde in regelmäßigen Abständen auf frische Koppeln umgetrieben wird, gilt als die vorherrschende Methode zur Optimierung der Futteraufnahme und zur Vermeidung von Über- oder Unterbeweidung.

Die Weideführung integriert agronomische, tierphysiologische und betriebswirtschaftliche Aspekte. Sie berücksichtigt die Wüchsigkeit der Gräser in Abhängigkeit von Jahreszeit und Standort, die Nährstoffrückführung durch Exkremente sowie die Einhaltung von Tierschutzanforderungen, wie die Bereitstellung von ausreichend Futterfläche und Witterungsschutz. In der Praxis wird die Weideführung häufig durch Weidepläne und Aufwuchsmessungen gestützt, um die Besatzdichte und die Verweildauer je Fläche zu bestimmen. Rechtliche Rahmenbedingungen, etwa aus dem ÖPUL-Programm in Österreich oder den Cross-Compliance-Regelungen in Deutschland, fordern eine dokumentierte Weideführung, um Fördervoraussetzungen zu erfüllen und Umweltauflagen, wie den Schutz von Gewässern vor Nährstoffeinträgen, zu gewährleisten.