Tröpfchenbewässerung
Die Tröpfchenbewässerung, auch Tropfbewässerung genannt, ist ein Verfahren der landwirtschaftlichen Bewässerung, bei dem Wasser mittels eines Druckreglers und spezieller Tropfer oder Emitter punktgenau und langsam an der Basis der Kulturpflanze in den Wurzelraum abgegeben wird. Dieses System arbeitet mit geringen Durchflussmengen, typischerweise zwischen 1 und 20 Litern pro Stunde und Tropfer, und ermöglicht eine präzise Steuerung der Wassermenge. Die Technik basiert auf dem Prinzip der lokalen Benetzung, wodurch der Boden nur im unmittelbaren Wurzelbereich befeuchtet wird, während die Zwischenreihen trocken bleiben. Dies reduziert die Evaporation und die Versickerung in tiefere Bodenschichten signifikant. Die Tröpfchenbewässerung wird vorrangig im Gemüse-, Obst- und Weinbau sowie in Sonderkulturen eingesetzt. Sie erlaubt die gleichzeitige Applikation von wasserlöslichen Düngemitteln (Fertigation) und Pflanzenschutzmitteln. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich, insbesondere die Düngeverordnung (DüV) und das Wasserrecht, fordern bei der Anwendung eine dokumentierte bedarfsgerechte Steuerung, um Nährstoffausträge ins Grundwasser zu vermeiden. Die Systeme erfordern eine regelmäßige Wartung, insbesondere die Reinigung der Filter und Tropfer, um Verstopfungen durch Ablagerungen zu verhindern.

