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Stickstoffüberschuss

Der Stickstoffüberschuss bezeichnet in der Landwirtschaft die positive Differenz zwischen der Stickstoffzufuhr und dem Stickstoffabfuhr eines Betriebes oder einer Fläche innerhalb eines Wirtschaftsjahres. Die Berechnung erfolgt nach den Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) und der österreichischen Aktionsprogramme zum Schutz der Gewässer vor Nitrat. Die Stickstoffzufuhr umfasst mineralische und organische Düngemittel, Wirtschaftsdünger von Tieren, legume N-Bindung sowie atmosphärische Deposition. Die Stickstoffabfuhr setzt sich aus dem N-Entzug durch Ernteprodukte sowie gasförmigen Verlusten (Ammoniak, Lachgas) und der Denitrifikation zusammen. Ein positiver Saldo, der die zulässigen Obergrenzen überschreitet, gilt als Indikator für ein erhöhtes Risiko von Nitratauswaschung ins Grundwasser. Die DüV 2023 und die österreichische Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung 2025 definieren betriebliche und regionale Kontrollwerte, deren Überschreitung zu Sanktionen oder Auflagen führen kann. Die Stickstoffbilanzierung ist ein zentrales Instrument des betrieblichen Nährstoffmanagements und dient der Dokumentation der fachrechtlich geforderten Nährstoffvergleiche.