Stärkeproduktion
Die Stärkeproduktion bezeichnet den landwirtschaftlichen und industriellen Prozess der Gewinnung von Stärke aus pflanzlichen Rohstoffen. Primäre Quellen sind Kartoffeln, Mais, Weizen und Triticale, wobei in Österreich und Deutschland der Anbau von Kartoffeln und Mais für die Stärkegewinnung dominiert. Die Produktion umfasst die Ernte, Reinigung, Zerkleinerung und Extraktion der Stärkekörner aus den Pflanzenzellen. In der Kartoffelstärkeindustrie erfolgt die Gewinnung durch Reiben der Knollen und anschließende Auswaschung der Stärke, während bei Getreide ein Nassvermahlungsprozess zur Trennung von Stärke, Kleber und Fasern angewendet wird. Die gewonnene Rohstärke wird getrocknet, gemahlen und je nach Verwendungszweck modifiziert. Die Stärkeproduktion unterliegt in der EU strengen Qualitäts- und Umweltauflagen, insbesondere hinsichtlich des Wasser- und Energieverbrauchs sowie der Abwasserbehandlung. In der Landwirtschaft wird die Stärkeproduktion durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und nationale Regelungen wie die Düngeverordnung beeinflusst, die den Anbau von Stärkepflanzen in Fruchtfolgen und die Stickstoffdüngung regulieren. Die erzeugte Stärke dient als Grundstoff für die Lebensmittelindustrie, die Papierherstellung, die Textilindustrie sowie für die Produktion von Bioethanol und biologisch abbaubaren Kunststoffen.

