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saure Böden

Als saure Böden werden in der Bodenkunde mineralische oder organische Substrate mit einem pH-Wert (CaCl₂) von unter 5,5 bezeichnet. Die Versauerung ist ein natürlicher Prozess der Bodenentwicklung, der durch die Auswaschung basischer Kationen (Calcium, Magnesium, Kalium) sowie durch anthropogene Einträge wie ammoniumhaltige Düngemittel oder atmosphärische Stickstoff- und Schwefeldepositionen verstärkt wird. In Österreich und Deutschland sind insbesondere Podsole, Braunerden auf silikatischem Ausgangsgestein sowie Hochmoortorfe betroffen.

Ein niedriger pH-Wert erhöht die Löslichkeit von toxischen Aluminium- und Schwermetallionen, hemmt die mikrobielle Aktivität und die Mineralisierung organischer Substanz. Dies führt zu einer verminderten Nährstoffverfügbarkeit, vor allem von Phosphor und Molybdän. Die landwirtschaftliche Nutzung erfordert daher ein gezieltes pH-Management. Die Düngeverordnung (DüV) sowie die ÖPUL-Maßnahmen (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) im Jahr 2026 fördern eine standortangepasste Kalkung zur Anhebung des pH-Wertes in den optimalen Bereich der Kulturart. Eine rechtssichere Düngeplanung setzt eine regelmäßige Bodenuntersuchung nach ÖNORM L 1050 bzw. VDLUFA-Methodenbuch voraus.