Geschwisterbrut
Die Geschwisterbrut bezeichnet in der landwirtschaftlichen Tierzucht, insbesondere bei Schweinen und Rindern, einen Wurf oder eine Nachkommengruppe, die ausschließlich aus Voll- oder Halbgeschwistern besteht. Dies tritt auf, wenn ein weibliches Tier (Sau oder Kuh) von einem einzigen männlichen Tier (Eber oder Bulle) gedeckt wird und die resultierenden Ferkel oder Kälber denselben Vater haben. In der Praxis ist die Geschwisterbrut ein unerwünschtes Phänomen, da sie das Risiko von Inzuchtdepressionen erhöht, was sich negativ auf die genetische Vielfalt, die Vitalität und die Leistungsmerkmale der Tiere auswirken kann. Zuchtverbände und Besamungsstationen vermeiden daher gezielt die wiederholte Anpaarung nahe verwandter Tiere, um die genetische Heterogenität zu erhalten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich und Deutschland, insbesondere das Tierzuchtgesetz, schreiben vor, dass Zuchtprogramme Maßnahmen zur Minimierung von Inzucht enthalten müssen. Die Geschwisterbrut wird daher in der modernen Nutztierhaltung durch den Einsatz von Sperma verschiedener Vatertiere und durch Rotationsverfahren in der Herdenplanung kontrolliert.

