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Doppelovulationen

Als Doppelovulationen wird in der Fortpflanzungsbiologie landwirtschaftlicher Nutztiere, insbesondere beim Rind, das gleichzeitige Follikelsprunggeschehen zweier reifer Eizellen aus einem oder beiden Eierstöcken innerhalb eines Sexualzyklus bezeichnet. Dieser physiologische Vorgang führt zur Befruchtung beider Eizellen und resultiert in der Entwicklung dizygoter (zweieiiger) Zwillinge. Die Inzidenz von Doppelovulationen variiert stark zwischen Spezies und Rassen; beim Milchrind liegt sie unter standardisierten Haltungsbedingungen im deutschsprachigen Raum im Jahr 2026 bei durchschnittlich 5 bis 15 Prozent der Ovulationen, mit einer steigenden Tendenz bei Hochleistungstieren. Auslösende Faktoren sind unter anderem eine hohe genetische Disposition, ein erhöhter Stoffwechselumsatz sowie der Einsatz von Hormonpräparaten zur Brunstsynchronisation oder Superovulation im Rahmen des Embryotransfers. Die Diagnose erfolgt mittels transrektaler Sonographie. Aus tierzüchterischer und betriebswirtschaftlicher Perspektive sind Doppelovulationen relevant, da Zwillingsgeburten beim Rind ein erhöhtes Risiko für Schwergeburten, Nachgeburtsverhalten und eine verlängerte Zwischenkalbezeit mit sich bringen, was die Produktionseffizienz in der Milchviehhaltung beeinträchtigen kann.