China setzt auf Schweinehochhäuser – und Brasilien zieht mit riesigen Investitionen nach
Die globale Schweineproduktion befindet sich in einem massiven Umbruch, da China auf XXL-Tierhaltung in gigantischen Hochhäusern setzt, während Akteure wie die brasilianische Aurora-Genossenschaft hohe Summen in ihre Expansion investieren. Gleichzeitig zwingt ein starker Preisverfall den chinesischen Markt aktuell zu staatlichen Eingriffen und einer Reduzierung des heimischen Sauenbestands.
Chinas gigantische Schweinehochhäuser
Um die nationale Ernährungssicherheit zu gewährleisten und die Abhängigkeit von Agrarimporten zu senken, setzt China zunehmend auf industrielle Massentierhaltung in die Höhe. In Zentralchina steht eine der größten Anlagen der Welt, die auf 26 Stockwerken rund 600.000 Schweine beherbergt und diese komplett automatisiert über Fließbänder versorgt. Eine weitere Megafarm nahe Nanyang ist darauf ausgelegt, mit 84.000 Sauen jährlich etwa 2,1 Millionen Schweine zu produzieren. Diese mehrstöckige Bauweise soll vor allem der Landknappheit entgegenwirken und die Produktionskosten durch Automatisierung senken.
Preiskrise und staatliche Eingriffe
Trotz der hochmodernen Anlagen leidet der chinesische Markt stark unter einem massiven Preisverfall für Schweinefleisch. Ein Überangebot an Schlachtschweinen trifft derzeit auf eine konjunkturbedingt schwache Nachfrage, was bei vielen Erzeugern zu hohen finanziellen Verlusten führt. Um diesen extrem niedrigen Schweinepreisen entgegenzuwirken, hat die chinesische Regierung wiederholt große Mengen Schweinefleisch aus dem Markt genommen und in staatliche Zentralreserven überführt. Zudem zielen die Regierungsmaßnahmen darauf ab, den zu großen Sauenbestand des Landes zu reduzieren, um das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Brasiliens massive Exportexpansion
Während China mit Überkapazitäten kämpft, befindet sich die brasilianische Schweinefleischproduktion auf einem steilen Wachstumskurs. Die Großgenossenschaft Aurora Coop gehört hier zu den zentralen Treibern und verantwortete im Jahr 2024 allein 21,6 Prozent aller brasilianischen Schweinefleischexporte. Im selben Jahr steigerte die Genossenschaft ihre Schlachtzahlen auf insgesamt über 8 Millionen Tiere. Um dieses Wachstum fortzusetzen, plant Aurora Investitionen von über 400 Millionen Reais für die Erweiterung eines Werks in São Gabriel do Oeste, wodurch die tägliche Schlachtkapazität von 3.200 auf 5.000 Schweine steigen soll.
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