Schieferböden
Schieferböden sind terrestrische Böden, die sich aus tonig-schluffigen oder sandigen Ausgangsgesteinen mit einem hohen Anteil an plattig bis blättrig spaltenden Gesteinsbruchstücken (Schiefer) entwickeln. Die bodensystematische Einordnung erfolgt in Deutschland und Österreich vorrangig als Pelosole oder Ranker, sofern die Schieferverwitterung noch gering ist. Charakteristisch ist ein hoher Anteil an Grobboden (>2 mm) im gesamten Profil, der zu einer geringen nutzbaren Feldkapazität und einer erhöhten Durchlässigkeit für Sickerwasser führt. Die Bodenart ist häufig als toniger Schluff oder schluffiger Ton ausgebildet, was bei Staunässe zu einem hohen Verschlämmungsrisiko führt. Aufgrund des geringen Porenvolumens und der oft flachgründigen Entwicklung sind Schieferböden für den Ackerbau nur bedingt geeignet; sie werden überwiegend als Grünlandstandorte genutzt. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung erfordert eine angepasste Bodenbearbeitung, um Erosion und Verdichtung zu vermeiden. Im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) sind Schieferböden aufgrund ihres geringen Nachlieferungsvermögens an pflanzenverfügbarem Stickstoff und Phosphor als besonders schlagbezogen zu bewirtschaften. Die rechtliche Einstufung als erosionsgefährdeter Standort kann in Österreich zu Förderauflagen im ÖPUL-Programm führen.

