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Neue Vetmeduni-Außenstelle in OÖ

Ausbildungsinitiative soll tierärztliche Versorgung im ländlichen Raum stärken

Österreich hat im europäischen Vergleich bei den Studienplätzen für Veterinärmedizin keine schlechte Ausgangslage. Dennoch spitzt sich die Lage in der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu. Verantwortlich für den zunehmenden Mangel ist ein Zusammenspiel mehrerer struktureller Entwicklungen: Die bevorstehende Pensionierungswelle geburtenstarker Jahrgänge reißt eine erhebliche Versorgungslücke. Gleichzeitig wandelt sich das Berufsbild – weg von der selbständigen Einzelpraxis, hin zu angestellten Tätigkeiten in größeren Ordinationen. Viele Absolventinnen und Absolventen kehren nach dem Studium nicht mehr in ihre Heimatbundesländer oder den ländlichen Raum zurück. Die Folge: spürbare Engpässe dort, wo die Landwirtschaft auf eine verlässliche tierärztliche Betreuung angewiesen ist.

Das Land OÖ und die Veterinärmedizinische Universität Wien starten gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium eine Offensive gegen den zunehmenden Mangel an Nutztierärztinnen und -ärzten. Mit der Einrichtung einer neuen Vetmeduni-Außenstelle in OÖ soll die Ausbildung im Bereich der Wiederkäuer-, Schweine- und Geflügelmedizin ausgebaut und gleichzeitig die Attraktivität der Großtierpraxis im ländlichen Raum gesteigert werden.

Die neue Außenstelle soll im Zentralraum OÖ angesiedelt werden und Studierenden künftig eine praxisnahe Ausbildung direkt in einer der wichtigsten Agrar-Regionen Österreichs ermöglichen. Vorgesehen sind klinische Ausbildungsmodule in Kooperation mit regionalen Tierarztpraxen, angewandte Forschung sowie Fort- und Weiterbildungsangebote. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Höheren landwirtschaftlichen Schulen intensiviert werden, um frühzeitig Interesse an der Nutztiermedizin zu wecken.

„Die tierärztliche Versorgung der Nutztiere ist keine akademische Frage, sondern eine Frage der Daseinsvorsorge für die heimische Lebensmittelproduktion – und damit für alle Menschen in Österreich. Diese Aufgabe können weder die Universität, noch die Landwirtschaft, noch die Politik alleine lösen. Die gemeinsame Ausbildungsinitiative ist ein wichtiger Schritt, um die tierärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu stärken“, begrüßt LK-Präsident Franz Waldenberger die Initiative.

Ausbildung, Nutztierärzte, Veterinärmedizin