Endosulfan

Endosulfan ist ein synthetisches, chloriertes Kohlenwasserstoff-Insektizid und Akarizid aus der Gruppe der Cyclodiene, das von den 1950er Jahren bis zu seinem weltweiten Verbot im Jahr 2011 (Stockholm-Übereinkommen) in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von beißenden und saugenden Schadinsekten an Kulturen wie Baumwolle, Tee, Kaffee, Obst und Gemüse eingesetzt wurde. Es wirkt als GABA-Antagonist am Chloridkanal des Nervensystems von Arthropoden und führt zu einer Übererregung des Nervensystems. Chemisch besteht Endosulfan aus zwei Isomeren (alpha und beta), die sich in ihrer Persistenz und Toxizität unterscheiden. Die Substanz ist hochgiftig für aquatische Organismen, Bienen und Nützlinge, weist ein hohes Bioakkumulationspotenzial auf und ist als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. In der Europäischen Union ist die Zulassung von Endosulfan seit 2005 erloschen, in Österreich und Deutschland ist der Wirkstoff seit 2007 nicht mehr in Pflanzenschutzmitteln enthalten. Rückstände in Böden und Gewässern sind aufgrund der hohen Persistenz des beta-Isomers noch Jahre nach dem Verbot nachweisbar. Die rechtliche Grundlage für das Verbot in der EU bildet die Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, ergänzt durch die POP-Verordnung (EU) 2019/1021, die Endosulfan als persistente organische Schadstoffe (POP) einstuft und die Freisetzung sowie den Handel verbietet.