Chlorpyrifos
Chlorpyrifos ist ein synthetischer, phosphororganischer Insektizidwirkstoff aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer (Acetylcholinesterase-Inhibitoren). Es handelt sich um ein Breitbandinsektizid, das durch Kontakt-, Fraß- und Atemgiftwirkung gegen beißende und saugende Insekten im Ackerbau, Obst- und Weinbau sowie in der Forstwirtschaft eingesetzt wurde. Die Substanz wirkt durch irreversible Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase im Nervensystem von Insekten, was zu einer Störung der Nervenreizübertragung und letztlich zum Tod der Zielorganismen führt.
In der Europäischen Union ist die Zulassung des Wirkstoffs Chlorpyrifos seit dem 13. November 2020 nicht mehr verlängert worden. Grundlage hierfür war die Durchführungsverordnung (EU) 2020/1085 der Europäischen Kommission, die auf einer Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beruhte. Diese Bewertung ergab, dass für den Wirkstoff keine sicheren Anwendungsbedingungen mehr festgelegt werden können, insbesondere aufgrund von Bedenken hinsichtlich genotoxischer und entwicklungsneurotoxischer Effekte beim Menschen. In Deutschland und Österreich ist die Anwendung von chlorpyrifoshaltigen Pflanzenschutzmitteln daher seit dem 13. November 2020 verboten. Für bereits in Verkehr gebrachte Bestände galten Aufbrauchfristen, die inzwischen abgelaufen sind. Rückstände in Lebens- und Futtermitteln unterliegen den gemäß Verordnung (EG) Nr. 396/2005 festgelegten Rückstandshöchstgehalten, die für Chlorpyrifos auf das analytische Bestimmungslimit abgesenkt wurden.
