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Spätfröste

Spätfröste bezeichnen in der Landwirtschaft das Auftreten von Frostereignissen nach dem Beginn der Vegetationsperiode, typischerweise im späten Frühjahr (April bis Anfang Juni). Sie treten auf, wenn die Lufttemperatur in Bodennähe unter den Gefrierpunkt (0 °C) sinkt, während die Pflanzendecke bereits ausgetrieben ist. Besonders gefährdet sind Kulturen mit frühem Austrieb wie Weinreben, Obstbäume (Apfel, Birne, Kirsche) sowie Kartoffeln und Getreide in der Bestockungsphase. Die Schadwirkung resultiert aus der Bildung von Eiskristallen im pflanzlichen Gewebe, die zu Zellrupturen und Nekrosen führen. Die Frosthärte der Pflanzen ist zu diesem Zeitpunkt durch die abgeschlossene Winterruhe und die beginnende Safteinlagerung stark reduziert. Meteorologisch entstehen Spätfröste häufig durch nächtliche Ausstrahlung bei klarem Himmel und windstillen Bedingungen (Strahlungsfrost) oder durch den Zustrom kalter Polarluftmassen (Advektionsfrost). Landwirtschaftliche Schutzmaßnahmen umfassen Beregnung zur Eisbildung, Frostkerzen, Windmaschinen sowie die Auswahl spätfrosttoleranter Sorten. Die Schadensbewertung erfolgt nach der phänologischen Entwicklungsphase der Kulturpflanze.