Schälen
Das Schälen ist ein Verfahren der Bodenbearbeitung, bei dem die oberste Bodenschicht, in der Regel bis zu einer Tiefe von 10 bis 15 Zentimetern, flach gewendet, gelockert und mit organischer Substanz vermischt wird. Es dient primär der Einarbeitung von Ernterückständen, der Stoppelbearbeitung nach der Getreideernte sowie der mechanischen Bekämpfung von Ausfallgetreide und Unkräutern. Im Gegensatz zum Pflügen erfolgt das Schälen ohne vollständiges Wenden des Bodens, wodurch die Bodenstruktur geschont und die biologische Aktivität im Oberboden gefördert wird. Der Einsatz von Schälgeräten, wie Scheibeneggen oder Grubbern, erfolgt meist flach und nicht wendend. Im ökologischen Landbau sowie im integrierten Pflanzenschutz ist das Schälen eine zentrale Maßnahme zur Reduktion des Herbizideinsatzes. Rechtlich ist das Verfahren im Rahmen der guten fachlichen Praxis nach § 17 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) sowie der österreichischen Aktionsprogramme zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat (ÖPUL 2023-2027) als erosionsmindernde Maßnahme anerkannt, sofern es hangabwärts oder quer zum Hang durchgeführt wird.


