Hektolitergewicht
Das Hektolitergewicht (HLG), auch als Schüttdichte oder Volumengewicht bezeichnet, ist eine physikalische Kenngröße für die Qualität von Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten. Es gibt die Masse eines Erntegutes in Kilogramm an, die in einem Volumen von einem Hektoliter (100 Liter) enthalten ist, und wird in der Einheit kg/hl gemessen. Die Bestimmung erfolgt nach standardisierten Verfahren mittels einer Hektoliterwaage, bei der das Erntegut unter definierten Bedingungen in einen Messbehälter eingefüllt und gewogen wird. Das HLG ist ein wesentliches Kriterium für die Bewertung der Marktqualität, da es Rückschlüsse auf den Kornbesatz, die Ausreife und den Gesundheitszustand der Partie zulässt. Ein hohes HLG korreliert in der Regel mit einem höheren Mehl- oder Stärkeertrag und einer besseren Verarbeitungseignung. In der Praxis dient das HLG als Grundlage für die Preisfindung im Erfassungshandel, wobei vertraglich vereinbarte Mindestwerte, beispielsweise für Brotweizen von etwa 76 kg/hl, als Qualitätsschwellen gelten. Abweichungen unterhalb dieser Grenzen führen zu Preisabschlägen. Die Messung des HLG ist im Rahmen der Qualitätskontrolle nach der Ernte sowie bei der Einlagerung und Vermarktung von Getreide ein standardisierter und rechtlich relevanter Vorgang.

