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Abreife

Die Abreife bezeichnet in der Pflanzenproduktion den finalen physiologischen Prozess der Samen- oder Fruchtentwicklung, der mit dem Abschluss der Assimilateinlagerung und der maximalen Trockenmasseakkumulation einhergeht. Sie ist definiert als der Übergang von der Grünreife zur Vollreife, bei dem es zu einer charakteristischen Veränderung der Gewebestruktur, des Wassergehalts und der Stoffwechselaktivität kommt. In der landwirtschaftlichen Praxis wird die Abreife anhand spezifischer Merkmale wie der Gelb- bis Braunfärbung der Spelzen, der Halmfestigkeit und der Kornhärte bonitiert. Der optimale Erntezeitpunkt liegt bei Getreidearten meist bei einer Kornfeuchte von 14 bis 16 Prozent, um Druschverluste zu minimieren und die Lagerfähigkeit zu gewährleisten. Die Abreife wird durch genetische Faktoren der Sorte, Temperatursummen, Niederschlagsverteilung und Stickstoffversorgung beeinflusst. Eine ungleichmäßige Abreife kann durch Bestandesdichte, Lager oder Schädlingsbefall verursacht werden. Im integrierten Pflanzenbau ist die Kenntnis des Abreifeverlaufs für die Planung von Ernteterminen und die Anwendung von Sikkationsmitteln relevant, wobei die rechtlichen Vorgaben der Düngeverordnung und des Pflanzenschutzgesetzes zu beachten sind.