extensive Beweidung
Die extensive Beweidung ist eine Form der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, bei der eine geringe Anzahl von Tieren pro Hektar über einen langen Zeitraum auf einer Weidefläche gehalten wird. Die Besatzdichte liegt dabei deutlich unter dem natürlichen Futterzuwachs der Fläche, sodass keine Zufütterung erforderlich ist. Im Gegensatz zur intensiven Beweidung oder Umtriebsweide erfolgt keine oder nur eine minimale Lenkung der Tiere. Die Definition leitet sich aus den Vorgaben des österreichischen Agrarumweltprogramms ÖPUL 2023 und der deutschen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab, wo extensive Beweidung als förderfähige Maßnahme zur Erhaltung der Biodiversität und zum Schutz von Grünlandlebensräumen anerkannt ist. Rechtlich relevant ist die Einhaltung der Obergrenzen für Stickstoffdüngung gemäß Düngeverordnung (DüV) und der Cross-Compliance-Bestimmungen. Die extensive Beweidung fördert eine heterogene Vegetationsstruktur, da die Tiere selektiv fressen und Tritt- sowie Losungsstellen schaffen. Sie ist von der Hütehaltung abzugrenzen, bei der die Tiere aktiv geführt werden. Die Methode wird vorrangig auf Grenzertragsstandorten, in Naturschutzgebieten oder zur Landschaftspflege eingesetzt.

