Brunstsynchronisation
Die Brunstsynchronisation ist ein verfahrenstechnischer Eingriff in den Fortpflanzungszyklus weiblicher Nutztiere, vornehmlich bei Rindern, Schafen und Ziegen. Ziel ist die zeitliche Angleichung des Eintritts der Brunst (Östrus) bei einer Tiergruppe innerhalb eines definierten Zeitfensters, üblicherweise von 24 bis 48 Stunden. Dies wird durch die Applikation von Hormonen, insbesondere Progesteron, Prostaglandin F2α oder Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), erreicht. Die Anwendung erfolgt gemäß den Vorschriften des Tierarzneimittelrechts und unterliegt der strengen Indikationsstellung durch einen Tierarzt.
Die Methode dient der Optimierung des Besamungsmanagements, da sie den Arbeitsaufwand für die Brunsterkennung reduziert und den Einsatz von künstlicher Besamung (KB) oder Embryotransfer (ET) planbar macht. In der Milchviehhaltung wird die Brunstsynchronisation häufig im Rahmen von Fixzeitbesamungsprogrammen (Ovsynch, Presynch) eingesetzt. Die Anwendung ist in Österreich und Deutschland durch das Arzneimittelgesetz (AMG) sowie die Tierärztliche Hausapothekenverordnung (TÄHAV) geregelt. Die rechtliche Zulässigkeit setzt einen konkreten tiergesundheitlichen oder betriebswirtschaftlichen Nutzen voraus; eine rein routinemäßige Anwendung ohne tierärztliche Indikation ist nicht zulässig.


