Mikrobielle Biomasse
Die mikrobielle Biomasse bezeichnet die Gesamtheit der lebenden und toten organischen Substanz von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Protozoen und Archaeen) im Boden. Sie wird in der Regel als Kohlenstoff- (Cmic) oder Stickstoffgehalt (Nmic) pro Bodenmasse angegeben und stellt einen zentralen Parameter der Bodenbiologie dar. Als sensitiver Indikator für Bodenqualität und -gesundheit spiegelt sie den aktuellen Zustand des Bodenlebens wider. Die mikrobielle Biomasse ist maßgeblich an der Zersetzung organischer Substanz, dem Nährstoffkreislauf (insbesondere Mineralisierung von Stickstoff, Phosphor und Schwefel) sowie der Bildung stabiler organischer Bodensubstanz (Humus) beteiligt. Ihre Größe und Aktivität werden durch Faktoren wie Bodenart, Wassergehalt, Temperatur, pH-Wert und die Verfügbarkeit organischer Kohlenstoffquellen (z. B. Ernterückstände, organische Dünger) beeinflusst. In der landwirtschaftlichen Praxis dient die Bestimmung der mikrobiellen Biomasse, etwa mittels Chloroform-Fumigations-Extraktions-Methode (CFE) oder Substrat-induzierter Respiration (SIR), der Bewertung von Bewirtschaftungsmaßnahmen wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung oder Düngung. Ein hoher Gehalt an mikrobieller Biomasse korreliert in der Regel mit einer verbesserten Bodenstruktur, erhöhter Nährstoffverfügbarkeit und gesteigerter Ertragssicherheit, unterliegt jedoch standortspezifischen Schwankungen.

